Vorschulbande

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VORSCHULARBEIT – KITABRÜCKENJAHR

Das Wackelzahn Vorschuljahr 2015-2016 in Bildern!

Ob Kreatives Gestalten, Gartenarbeit, Backen, Geschichten hören, (naturwissenschaftliches) Experimentieren, gelungene Bauwerke zelebrieren, mit Holz arbeiten, Theater spielen, den Fahrrad-Führerschein machen, Wasserspaß & Keschern oder Ausflüge und eine (Abschluss-)Reise unternehmen – das Wackelzahn-Brückenjahr hat für unsere Vorschulbande immer eine Menge an Lebens- und Lernerfahrungen zu bieten. Besser vorbereitet kann man kaum in die 1. Klasse gehen!

Die pädagogische Arbeit mit unseren Vorschulkindern: Das Kita-Brückenjahr im Wackelzahn

Die pädagogische Arbeit mit unseren Kindern im Vorschulalter – mit unserer Vorschulbande – ist geprägt durch eine angemessene Vorbereitung dieser Kinder auf die Schule während ihres letzten Kitajahres. Die Kinder in diesem Alter zu mehr Selbstbestimmung bzw. Selbständigkeit und Solidarität zu erzielen ist dabei unser vorrangiges Ziel:
→ Eine Vollzeit-Erzieherin ist hauptsächlich für die tägliche Angebots- bzw. Projektgestaltung für den Vorschuljahrgang verantwortlich. Die Vorschulbande kommt von montags bis freitags ab 09:00 bis einschließlich des Mittagessens als eigene ‘feste‘ Gruppe mit bis zu 20 Kindern zusammen.
→ An den einzelnen Wochentagen setzen sich unsere Vorschulkinder mit den jeweiligen Angeboten/Projekten, die sie sehr häufig selbst (mit)bestimmen auseinander: Dazu zählen auch gezielte Sprachförderungsangebote bzw. -projekte in der Deutschen Sprache, religions-pädagogische Angebote, das Experimentieren zu naturwissenschaftlichen Phänomenen oder die regelmäßigen Ausflüge ins Naturschutzgebiet ‘Boberger Niederung‘ oder – ganz neu! – zum Schwimmen/Baden ins Bergedorfer Bille-Bad! Zu diesen und weiteren pädagogischen Programmschwerpunkten arbeiten die Kinder auch mit anderen Wackelzahn-Erzieherinnen, die ausgewiesene, zertifizierte ‘Expertinnen‘ für die besagten pädagogischen Schwerpunkte sind, zusammen. Und: Wird ein I-Kind in der Vorschulbande betreut, dann wird dort so regelmäßig wie möglich eine heilpäd. Fachkraft in der Kernzeit am Vormittag eingesetzt.
→ Im Rahmen der schon seit mehreren Jahren anhaltenden, intensiven Zusammenarbeit mit den Mitarbeiter/innen des Naturschutzinformationshauses der Loki-Schmidt-Stiftung im NSG Boberg erfahren unsere Vorschulkinder von den dortigen UmweltpädagogInnen an einmal pro Monat stattfindenden Halbtagsexkursionen vieles über die Tiere, die Pflanzen, deren Lebens- und Nutzungsraum, kurz über das Phänomen der Boberger Dünen-, Heide- und Gewässerlandschaft.
→ Ergänzend zu den räumlichen Voraussetzungen sind die Angebote bzw. Projekte im Eltern-Kind-Treff, dem Basisraum unserer Vorschulkinder, inhaltlich wie methodisch so ausgearbeitet, dass sie u. a.
– ein Verständnis für die Verhältnismäßigkeit von Zahlen und Mengen erlernen
– mit den Buchstaben unseres Alphabets konfrontiert werden bzw. ihren Namen schreiben können
– mathematisch-physikalische Grunderfahrungen mit unterschiedlichen Bau- & Konstruktionsmaterial austesten können
– ein ausreichendes Sach- bzw. Problemlösungswissen in Bezug auf ihre (natürliche) Lebensumwelt angehäuft haben usw.
→ Ihre Arbeitsergebnisse bzw. Lernerfolge innerhalb eines Jahres dokumentieren die Vorschulkinder neben ihrer eigenen Doku-Wand in speziellen Arbeitsmappen/-koffern. Diese dienen zugleich als ‘Nachweis’ der gemeinsam geleisteten Arbeit für ihre Eltern!
→ Zudem setzen sich die Vorschulkinder in der Zeit der religiösen Feste intensiver mit deren Ursprung und Bedeutung auseinander und entdecken interkulturelle/-religiöse Gemeinsamkeiten…

Nach dem Scheitern der Schulreform und der damit verbundenen Einführung von Primarschulen zum Zweck einer gemeinsamen sechsjährigen Lernphase über das eigentliche Grundschulalter hinaus haben die Grundschulen seit 2010 begonnen, vermehrt Vorschulklassen zu integrieren bzw. weiter auszubauen. Diese Entwicklung wird mittlerweile auch politisch forciert. Im Ergebnis bedeutet dies, dass die Bildungsinstitutionen Kindertagesstätte und Grundschule, die beide an einer umfassenden ganzheitlichen Betreuung und Bildung der Kinder interessiert sind und daher prinzipiell intensiv und kooperativ Jahr für Jahr an einem gelungenen Übergang von der Kita in die Schule für jedes ihrer Kinder arbeiten, nun zu ’Konkurrenten auf dem Bildungsmarkt‘ geworden sind! Diese ‘Implementierung paralleler Bildungswelten‘ für Kinder im Vorschulalter sucht bundesweit ihresgleichen und wirft zugleich auch eine entscheidende Frage auf: Wie sollen zwei zunächst einmal unterschiedliche Bildungseinrichtungen gemeinsam konstruktive, erfolgreiche Bildungsübergänge für Kinder in einem hochsensiblen Alter erreichen, wenn sie gewissermaßen aus ‘betriebswirtschaftlichen‘ Gründen offensichtlich Kontrahenten im politisch initiierten ‚Bildungskampf‘ geworden sind?!

Das Kita-Brückenjahr

Dieses gemeinsame Projekt der Hamburger Kita-Trägerverbände erhebt verbindliche Qualitätsstandards für das Vorschuljahr in einer Kita, basierend auf einer gemeinsamen, von gegenseitiger Offenheit und Wertschätzung geprägten Bildungsphilosophie und –partnerschaft zwischen den kooperierenden Kitas und Grundschulen und beinhaltet idealerweise
→ einen besonderen Status/Identitätsprozess der Vorschulkinder: ’Wir sind jetzt die Größten‘
→ die individuelle Förderung der persönlichen Entwicklung eines jeden Kindes: Vertiefung & Neuordnung/-bewertung bereits erlebter Lernerfahrungen im Rahmen der eigenen Bildungsbiografie im Wackelzahn
→ die Entwicklung ’überfachlicher‘ Kompetenzen (sozial-emotionale, selbstregulative, motorische Kernkompetenzen) in Verbindung mit entsprechenden Lernkompetenzen (sachbezogene, kognitive, sprachliche KK)
→ die Dokumentation der persönlichen Bildungsbiografie anhand individueller Entwicklungsbögen bzw. Portfolios, u. a. auch als Grundlage für eine transparente, pädagogisch-fachliche Einschätzung für die Eltern und die Grundschullehrer/innen
→ einen verbindlichen Qualitätsrahmen – das ‘Kita-Brückenjahr‘ im Wackelzahn als ‚prägender‘ Teil des Kita-Gesamtkonzepts!
→ Abstimmungen innerhalb des päd. Teams: Welche Bildungsbereiche/Handlungsfelder – soziale & kulturelle Umwelt/Atelier & kulturelle Bildung/Musikprojekte & Darstellendes Spiel/Bewegung & Gesundheit/Mathematische Grunderfahrungen/Forschen & Experimentieren/Naturerfahrung & BNE/Medien-Literacy-Sprache – sollen in diesem speziellen Jahr angesprochen werden und welche Kompetenzbereiche wollen wir bei den Kindern mit welchen didaktisch-methodischen Ressourcen fördern?
→ Wie bereiten die päd. Fachkräfte des Wackelzahn sich selbst bzw. Kinder & Eltern auf den Übergang in die Schule vor:
– Kinderinterviews zu Beginn und Kinder-/Elternfragebogen am Ende des Vorschuljahres!
– Bücher/Materialsammlungen/Fotoserien/‘Medienboxen‘ der Bücherhallen – auch zum Thema ‘Rund um die Schule‘
– Besichtigungen von Schulveranstaltungen bzw. Schulfesten der kooperierende/n Grundschule/n
→ Stichwort ‘Kooperationspartnerschaft‘ zwischen der Kita Wackelzahn und der Grundschule Mendelstraße: Entwicklung von gemeinsamen kleineren bzw. ’niedrigschwelligeren‘ Angeboten:
– Erstellen eines jährlichen Kooperationskalenders: feste Ansprechpartner/ Verantwortliche auf beiden Seiten; gegenseitige Terminabsprachen; gemeinsame Informations-/Planungsgespräche über jeweilige päd. Methoden/Konzepte/Programme/Entwicklungsstände der einzuschulenden Kinder; gemeinsame Eltern-Informationsabende; gegenseitige Hospitationen der päd. Fachkräfte
– gemeinsame Angebote/Projekte, z. B. Vorlesestunden, eine Schulrallye, ggf. gemeinsame Veranstaltungen/Feste…
– Einbinden der Kita Wackelzahn und ihrer Eltern/Familien in das bestehende Family Literacy-Café der Schule Mendelstraße!
– Vorhandensein eines qualitativ-hochwertigen Sprachförderkonzepts, ebenfalls unter Einbeziehung der Grundschule(n) v. a. in Bezug auf die additive Sprachförderung oder auch im Rahmen gemeinsamer Fortbildungen der dafür verantwortlichen päd. Fachkräfte

Zusammenarbeit mit den Schulen

Die Leitung wie auch die pädagogischen Fachkräfte stehen nicht nur mit den KollegInnen der benachbarten Grundschule Mendelstraße im ständigen Austausch, sondern auch mit fast allen anderen Schulen dieses Stadtteils –v. a. mit den Grundschulen Max-Eichholz-Ring, Leuschnerstraße und Reinbeker Redder (ehemals Sprachheilschule). Dabei geht es hauptsächlich um die gemeinsame Erhebung bzw. Abstimmung der ‘Entwicklungsberichte für die Viereinhalbjährigen‘, die als Grundlage für die Einschätzung der individuellen Persönlichkeitsentwicklung in Bezug auf die jeweiligen Kompetenzbereiche – insbesondere auf den Sprachentwicklungsstand – eines angehenden Vorschulkindes dienen. Weiterhin findet ein intensivierter Austausch zwischen den Kita-Mitarbeiter/innen und der Grundschullehrerschaft im Rahmen einer sich gegenseitig ergänzenden bzw. befruchtenden Schulfähigkeitsdiagnostik für angehende Schulkinder statt, um mögliche Fehleinschätzungen hinsichtlich individueller kognitiver, emotionaler, sozialer und motorischer Fähigkeiten von vornherein auszuschließen. Bei Bedarf, sprich im Falle deutlich auftretender v. a. kognitiv-sprachlicher Entwicklungsverzögerungen greifen wir dabei auch auf die analytisch-diagnostische Unterstützung von Sonderpädagogen aus dem ReBBZ/Grundschule Leuschnerstraße bzw. aus der Grundschule Reinbeker Redder zurück!
Des Weiteren wurde ein Kooperationskalender mit der Grundschule Mendelstraße im Rahmen des besagten Kita-Brückenjahrs – der ‚einjährigen Übergangsphase‘ der Fünfjährigen/Vorschulkinder von der Kita in die Grundschule – umgesetzt, der u. a. gemeinsame Elterninformationsabende, gegenseitige Hospitationen der päd. Fachkräfte aus beiden Einrichtungen, Interviews unserer Vorschulkinder über deren Vorstellungen von Schule, Schnupperstunden in den Schulklassen bis hin zum Einbinden von Eltern und Kindern in das FLY-Café der Schule Mendelstraße, begleitet von einer KitaPlus-Fachkraft des Wackelzahn.
Weitere beispielhafte Kooperationsprojekte mit den Schulen sind:
→ 1-2 ‘Vorlesevormittage‘ pro Kita-/Schuljahr in der Kita mit Schülern aus den 4. Klassen der Schule Mendelstraße
→ Seit einigen Jahren kontinuierliche Aufnahme von PraktikantInnen im Rahmen eines mehrmonatigen berufsorientierenden Praktikums überwiegend aus der Stadtteilschule Richard-Linde-Weg
→ Mitwirken an den stadtteilbezogenen Regionalen bzw. Lokalen Bildungskonferenzen zum Schwerpunktthema ‘Kooperation/Übergang zwischen Kitas & Grundschulen‘

Zusammenarbeit mit außerschulischen Bildungseinrichtungen

Im Sinne unseres pädagogischen Leitbildes suchen die pädagogischen Fachkräfte des Wackelzahn gezielt und regelmäßig außerschulische Lernorte auf, an denen unsere Kinder v. a. Erfahrungen in der Natur bzw. mit natürlichen Phänomenen, mit Sprache, Büchern & Theaterspiel oder mit anderen Kulturen/Religionen machen können, zum Beispiel:
→ die Naturschutz-Informationshäuser der Loki-Schmidt-Stiftung in den Boberger Niederungen bzw. in der Fischbeker Heide. Mit dem Infohaus im NSG Boberg verbindet uns nicht nur die räumliche Nähe, sondern seit 2006 auch eine intensive Zusammenarbeit im Rahmen unserer Vorschularbeit
→ an den Kita-21-Auszeichnungen für Kindertagesstätten der Umweltstiftung Save Our Future S.O.F., die (mind.) ein zertifizierungswürdiges BNE-Projekt pro Jahr mit ihren Kindern durchführen und entsprechend dokumentieren, ist der Wackelzahn ebenfalls beteiligt
→ Führungen auf ökologisch bewirtschafteten Bauernhöfe & Gärtnereien, z. T. unterstützt durch Mitarbeiterinnen des Ökomarkt e. V. und regelmäßige Besuche des Lohbrügger Wochenmarkts – u. a. auch im Rahmen des verstetigten Projekts ‚Gesunde Ernährung im Wackelzahn‘
→ das Kulturzentrum LOLA mit seinem Kinder- und Kulturhaus KiKu und dem dortigen ’Lese-Club‘ für unsere Vorschulkinder einmal pro Monat nebst den Theaterwochen mit den Schwerpunkten interkulturelles Lernen & Sprachförderung für unsere 4,5- bis 6-jährigen zweimal pro Jahr
→ regelmäßige Ausflüge in die Spielscheune in Neu-Allermöhe, ein vielfältiger multikultureller Spiel- und Lernort
Die pädagogischen Fachkräfte dort vor Ort ergänzen durch ihre Kompetenzen bzw. ihre fach- und altersgerechte Aufbereitung des Lehrstoffes unsere bereits geleistete pädagogische ‘Vorarbeit’ – des Öfteren auch im Rahmen von mehrwöchigen Projekten. Grundsätzlich werden diese Projekte in der Kita entsprechend auch ‘nachbereitet’, sodass den Kindern nicht nur die thematischen Zusammenhänge verdeutlicht, sondern diese Erfahrungen und Erlebnisse auch nachhaltig im Bewusstsein verankert werden.

Während der 2. Jahreshälfte 2004 hatte sich eine für die Kita Wackelzahn ganz besondere Kooperation entwickelt: ein intensiver Austausch zwischen unserer Kita, der Materska Skola (=Kindergarten) Sluničko und der Materska Skola Seminko des Prager Umweltzentrums Toulcuv Dvur. Zuerst kam es dabei zu gegenseitigen Hospitationen auf pädagogisch-fachlicher Ebene. Ab 2006 wurde dann der Austausch von Erzieher/innen-Eltern-Kind-Gruppen realisiert: Im Rahmen gemeinsamer interkultureller und generationenübergreifender Umweltprojekte für Kinder im Vorschulalter, begleitet von jeweils einem Elternteil, fanden bislang insgesamt vier gemeinsame Projektwochen mit der Materska Skola Sluničko statt – 2006 & 2010 in Prag bzw. 2007 & 2009 in Hamburg!
Seit 2011 haben wir uns allerdings nur noch auf der fachlich-pädagogischen Ebene ausgetauscht: 2013 hospitierte eine Kollegin aus der Materska Skola Sluničko im Rahmen ihres Studiums für eine Woche im Wackelzahn/Ev. Familienzentrum Lohbrügge…